Manchmal ist das schönste Geschenk das kleinste: ein flauschiges Häkel-Haargummi, das aussieht wie eine kleine Blüte aus Wolle. Ich zeige dir heute, wie aus drei Knäueln, ein bisschen Gummiband und einer Häkeltechnik namens Loop Stitch drei gekräuselte Scrunchies werden – in Teal, Rosa und Koralle, genau wie auf meinem Küchentisch in Gohlis. Für Anfänger geeignet, in einem gemütlichen Abend fertig, und garantiert verschenkbar.
Was du für deine erste gekräuselte Scrunchie brauchst

Bevor die Nadel überhaupt in die Hand kommt, lege ich mir immer alles zurecht – das hat sich aus 45 Jahren Häkelerfahrung so eingeschliffen, und bei einem so kleinen Projekt wie diesem lohnt es sich besonders. Auf meinem Tisch liegen drei Knäuel dicke Wolle in Teal, Pastellrosa und Korallrot, dazu dünne, unauffällige Gummi-Haarbänder und mein Häkelhaken.
- Garnwahl: Je dicker das Garn, desto voluminöser die Kräusel-Optik – das ist hier kein Zufall, sondern Absicht.
- Gummiband: Kein dickes Frottee-Haargummi verwenden, sondern ein dünnes, elastisches – sonst wird die Scrunchie am Ende zu klobig.
- Haken: Passend zur Garnstärke, meist eine Nummer größer als angegeben, damit die Maschen locker und die Kräusel schön üppig werden.
Für drei Scrunchies in drei Farben reicht bei dieser Garnstärke jeweils ein Rest von etwa 15–20 Metern pro Stück – ein wunderbares Restegarn-Projekt, falls du schon Wollreste im Schrank hast.
Das Gummiband wird zur Grundlage

Der erste Schritt entscheidet über die Form deiner Scrunchie: Das Gummiband wird komplett mit festen Maschen (fM) umhäkelt, bis kein Stückchen Elastik mehr durchschimmert. In Foto 2 siehst du genau diesen Moment – die teale Wolle legt sich Runde für Runde um den dünnen Gummikreis, mein Haken sitzt schon mittendrin.
So gehst du vor: Lege das Gummiband um den Haken, ziehe eine Schlaufe Garn durch, und häkle feste Maschen direkt in das Band hinein, immer im gleichmäßigen Abstand. Zähle nicht zu genau – bei einem Ring kommt es nicht auf die exakte Maschenzahl an, sondern darauf, dass am Ende alles gleichmäßig bedeckt ist und sich der Ring nicht mehr dehnen lässt, ohne dass Wolle reißt.
Ich sage in meiner Häkelrunde immer: Diese Grundrunde ist wie das Fundament eines Hauses – man sieht sie später nicht mehr, aber ohne sie hält nichts.
Ist der Ring einmal komplett umhäkelt, schließt du die Runde mit einer Kettmasche (Kettm) – fertig ist die Basis für die eigentliche Kräusel-Pracht.
Der Loop Stitch: das Herzstück der Kräuselung

Jetzt wird es spannend – und ein bisschen fummelig beim ersten Mal, das gebe ich ehrlich zu. In Foto 3 siehst du meine Hände mitten in der zweiten Runde: Nur die Hälfte des Rings ist schon mit den charakteristischen langen Schlaufen bedeckt, der Rest wartet noch.
So gelingt der Loop Stitch
- Faden über zwei Finger legen: Ich wickle den Arbeitsfaden über Zeige- und Mittelfinger meiner linken Hand, um eine gleichmäßig lange Schlaufe zu erzeugen.
- Durch die Masche der Vorrunde stechen: Der Haken geht in die feste Masche darunter, holt beide Fadenlagen der Schlaufe.
- Durchziehen und abschließen: Die Schlaufe wird durch die Masche und dann durch beide Schlingen auf dem Haken gezogen – ähnlich wie bei einer festen Masche, nur mit der Extra-Schlaufe als Fransenkringel.
Wichtig ist, dass alle Schlaufen ungefähr gleich lang sind – sonst wirkt die fertige Scrunchie später ungleichmäßig gekräuselt. Am Anfang hilft es, die Finger als Schablone zu nutzen, bis das Handgelenk den Rhythmus von selbst findet.
Die erste Scrunchie ist fertig

Und da liegt sie: die fertige teale Scrunchie, dicht an dicht mit ihren gekräuselten Schlaufen, wie eine kleine Dahlie aus meinem Schrebergarten. Genau dieses Bild zeigt Foto 4 – flach auf dem Holztisch, jede einzelne Schlaufe schön aufgestellt und gleichmäßig verteilt.
Wenn deine erste Scrunchie noch nicht ganz so gleichmäßig aussieht: kein Grund zur Sorge. Kleine Unregelmäßigkeiten in der Schlaufenlänge verschwinden fast immer, sobald du das Gummiband um dein Haar legst und die Kräusel sich natürlich verteilen. Genau das macht diese Technik so verzeihend für Anfänger.
Ich prüfe an dieser Stelle immer zweierlei: Ist der Gummi-Ring wirklich komplett verdeckt, und lässt sich die Scrunchie noch bequem dehnen, ohne dass Fäden reißen? Wenn beides passt, ist Runde eins geschafft – und du hast die Technik im Gefühl für die nächsten beiden Farben.
Zweite Runde: Rosa nimmt Fahrt auf

Mit der zweiten Scrunchie geht alles schon spürbar leichter von der Hand – genau wie in Foto 5 zu sehen, wo das zarte Pastellrosa gerade erst ein Viertel des Rings bedeckt, während Teal und Koralle als Knäuel im Hintergrund warten.
- Rhythmus statt Zählen: Nach der ersten Scrunchie brauchst du die Anleitung kaum noch – Finger und Haken finden den Loop-Stitch-Takt fast von selbst.
- Farbwechsel als Frischekur: Ich wechsle bewusst die Farbe pro Scrunchie, nicht nur der Optik wegen – ein neues Garn zeigt dir sofort, ob deine Spannung konstant geblieben ist.
- Pastellton, gleiche Regeln: Auch bei hellerem Garn gilt: Grundrunde komplett verdecken, dann erst die Schlaufenrunde beginnen.
Wer zwischendurch eine Pause braucht: Der Loop Stitch lässt sich jederzeit unterbrechen, solange du am Ende einer vollen Runde aufhörst – ideal für einen Abend zwischen Kaffee und Kita-Feierabend.
Die dritte Scrunchie: Koralle im Endspurt

In Foto 6 liegen Teal und Rosa schon fertig und gekräuselt neben der werdenden Koralle-Scrunchie, die kurz vor dem letzten Drittel steht. Die Schlaufen bedecken fast den ganzen Ring – nur noch ein kleines Stück Grundrunde blitzt zwischen den Fingern hervor.
Rettung bei ungleichen Schlaufen: Fällt dir jetzt auf, dass einzelne Schlaufen deutlich länger oder kürzer geraten sind als die anderen? Häkle sie einfach auf – bei diesem lockeren Stitch geht das ohne Probleme, ohne dass die ganze Runde leidet. Genau diese Fehlertoleranz macht den Loop Stitch so anfängerfreundlich.
Am Ende der letzten Runde schließt du mit einer Kettmasche, vernähst den Restfaden sorgfältig im Inneren der Scrunchie – und schon hast du drei Farben, drei fertige Stücke, bereit für den großen Auftritt auf dem Fototisch.
Drei Farben, ein Ergebnis, das sich sehen lässt

Und hier ist er, der Moment, auf den die ganze Arbeit hinausläuft: Teal, Rosa und Koralle, übereinander gestapelt auf dem Holztisch, kein Faden mehr sichtbar, nur noch Kräusel an Kräusel. Genau so, wie du sie in Foto 7 siehst, kommen sie später auch bei mir in die Häkelpost-Verpackung.
Diese Scrunchies sind aus meiner Sicht das perfekte kleine Mitbringsel: schnell gemacht, günstig in der Materialliste und trotzdem ein echter Hingucker im Zopf oder Dutt. Sie eignen sich für den Adventskalender genauso wie für den Geburtstagstisch einer Freundin – und wer mag, häkelt gleich ein ganzes Set in Lieblingsfarben.
Pflege und Haltbarkeit
Da es sich um dicke Wolle handelt, wasche ich meine Scrunchies im Schonwaschgang bei 30 Grad im Wäschebeutel und lasse sie liegend trocknen – so behalten die Schlaufen ihre Form und der Gummi bleibt elastisch.

- Material
- Werkzeug

Was Leser oft fragen
Welche Garnstärke eignet sich am besten für gekräuselte Scrunchies?
Ich empfehle dicke Wolle ab Lauflänge etwa 60–80 m/100 g, denn nur so werden die Schlaufen schön voluminös und die Kräusel-Optik kommt richtig zur Geltung.
Kann ich Discounter-Wolle für die Scrunchies verwenden?
Ja, unbedingt – für dieses Projekt eignet sich günstige Wolle aus dem Discounter genauso gut wie teureres Markengarn, solange sie ausreichend dick und griffig ist.
Wie lange dauert eine Scrunchie erfahrungsgemäß?
Rechne für die erste Scrunchie etwa 45 bis 60 Minuten ein, für die zweite und dritte geht es meist deutlich schneller, sobald der Loop-Stitch-Rhythmus sitzt.
Drei Knäuel, ein Abend, drei Scrunchies – so einfach kann verschenkbares Häkelglück sein. Pack sie in braunes Packpapier, klebe eine Briefmarke drauf, und schon ist aus Wollresten eine kleine Freude für die Post geworden.
Und jetzt: einpacken, verschicken, Freude machen.
Deine Martina 📮🧶





